In den vergangenen zwei Wochen gab es keine Schadensfälle durch telefonische Betrugsstraftaten. Durch Betrugsmaschen in Form von Schockanrufen, Enkeltrick, falschen Gewinnmitteilungen, Messenger-Betrug sowie falsche Polizeibeamte oder falschen Bankmitarbeiter versuchen die Betrüger meist große Summen Bargeld, insbesondere von Seniorinnen und Senioren zu erbeuten. Die Präventionsarbeit von Polizei und Medien spielt dabei eine zentrale Rolle. Durch veröffentlichte Warnmeldungen mit konkreten Hinweisen, wird versucht dem Phänomen entgegenzuwirken. Mit einer neuen Präventionskampagne zum Schutz vor Betrugsdelikte gegenüber älteren Menschen richtete sich das Polizeipräsidium Offenburg in den vergangenen Monaten an Familien und konnte nun „junge Gewinner“ im Alter zwischen sieben und zehn Jahren küren, die Oma und Opa schützen helfen.
Weil ältere Menschen häufig im Visier von Betrügern sind, die dabei gezielt Altersmerkmale wie Erreichbarkeit, Höflichkeit und vermeintliche Unwissenheit ihrer Opfer ausnutzen, ist eine gut aufgestellte Präventionsarbeit wichtig. Im Jahr 2024 verzeichnete das Polizeipräsidium Offenburg 20 Fälle, in denen es durch „Schockanrufe“ und „Enkeltrick“ zu einer Zahlung von erheblichen Summen an die Betrüger kam. Für 2025 ist aktuell eine steigenden Tendenz zu verzeichnen. Bei rund 1000 Meldungen berichteten Bürgerinnen und Bürger von betrügerischen Anrufen, die aber als solche erkannt wurden. Die Schäden gehen oft in die Zehntausende, in einzelnen Fällen in den sechsstelligen Bereich. Die Folgen solcher Delikte können schwerwiegend sein: Neben der finanziellen Belastung quälen Opfer Selbstzweifel, führen zu sozialem Rückzug oder Stress, der bestehende Erkrankungen verschlimmern kann. Prävention ist also ein zentrales Element, um diese Folgen zu verhindern. Formate wie Vorträge, Broschüren, Infostände auf Wochenmärkten und Messen, Schulungen von Bankmitarbeitenden, Pressemitteilungen sowie Aktionen wie mit Boschaften bedruckte Bäckertüten unterstützen diese Ziele.
Neu im Köcher dieser Maßnahmen war nun ein Gewinnspiel für Kinder. Aber warum für Kinder? Durch das Gewinnspiel sollten die Präventionsbotschaften in die ganze Familie getragen werden und generationenübergreifend im Familiengedächtnis verankert werden. Zudem sollte der persönliche Bezug für mehr Aufmerksamkeit sorgen, weil eine Ansprache des Themas im engsten Kreis eher akzeptiert werden dürfte, als eine „belehrende“ Kampagne. Alles mit dem Ziel, Familien über die verschiedenen Betrugsdelikte aufzuklären und die Wahrscheinlichkeit eines Schadens so zu senken.

Für das Gewinnspiel wurden ab dem 31. März 2025 im Rahmen der Jugendverkehrsschule Gewinnkarten an weit über tausend Viertklässler ausgegeben, die anschließend den Inhalt mit ihren Familien oder Großeltern besprechen sollten. Die Karten stellten die häufigsten Anrufbetrugsdelikte knapp dar, stellten vier Fragen zur kriminellen Vorgehensweise und boten hilfreiche Verhaltenshinweise. Ausgefüllt konnten die Karten in der nächsten Übungseinheit der Kinder oder bis Ende Juli per Post eingesandt oder bei den Polizeidienststellen abgegeben werden. Nach Abschluss der Aktion hatten 135 Kinder am Gewinnspiel teilgenommen.
Neben der Beantwortung von Wissensfragen, halten 95 % der Teilnehmenden die Festlegung eines Familienpasswortes für kritische Telefonate, wie von den Betrügern benutzt, für sinnvoll.
Nach der Auslosung durch Polizeipräsident Jürgen Rieger und der Leiterin des Referats Prävention, Polizeirätin Helena Kucher, werden die Gewinner nun von der Polizei kontaktiert: Zu den Preisen gehören (1. bis 3. Platz) ein persönliches Erlebnis mit der Polizei, das abhängig von Wohnort und Alter ausgestaltet wird, (4. bis 6. Platz) Polizei-Plüschtiere und (7. bis 10. Platz) Schreibsets mit Polizeihelm-Motiv.
Wie immer gilt im Zusammenhang mit Anrufstraftaten:
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